Finanzierung

 

Soziale Netzwerke, wie Facebook und Co. sind gewinnorientierte Unternehmen. Dieser Tatbestand wird häufig von den Usern vergessen. So fallen im Rahmen ihrer Tätigkeiten enorme Server- und Datenverkehrskosten an, ganz zu schweigen von den zahlreichen Gehältern der Mitarbeiter. Die einzige Einnahmequelle der Netzwerke sind die Daten ihrer Mitglieder.

 

Werbung

Die größte Einnahmequelle für soziale Netzwerke stellt immer noch die Werbung dar. Hierbei kann es sich zum einen um die klassischen Werbeanzeigen handeln oder um so genannte personalisierte Werbunganzeigen. Diese personalisierte Werbung spielt eine enorm wichtige Rolle für die sozialen Netzwerke. Mit ihr ist es möglich den Nutzer durch individuelle Werbung anzusprechen. Dafür werden Profile des Nutzers erstellt, indem auf eine Vielzahl seiner persönlichen Daten und Aktivitäten zurückgegriffen wird. Bei diesen Daten handelt es sich zum Beispiel um Alter, Geschlecht, Schulbildung, Beruf, Beziehungsstatus, usw.

Die Werbung geht dem Nutzer auf verschiedenen Wegen zu. So erscheint sie als Banner über oder am Rand der Seiten, in Form von Nachrichten oder Einträge, als kleine Links zum Anklicken oder als Videosequenzen nach dem Abmelden.

Für die Unternehmen ist diese Form der Werbung besonders interessant, denn sie bietet ihnen ganz neue Möglichkeiten ihre Produkte oder Dienstleistungen beim Kunden zu bewerben. Die Mitglieder in sozialen Netzwerken machen es Unternehmen leicht, denn sie stellen den Netzwerken eine Fülle von persönlichen und privaten Daten zur Verfügung, die daraufhin ausgewertet werden können. Die Unternehmen können sich eigene Zielgruppen je nach Wunsch zu Recht basteln und dadurch nur die Kunden ansprechen, an die die Werbung gerichtet sein soll. Da mittlerweile 3 von 4 deutschen Internetnutzern in sozialen Netzwerken aktiv sind, stellen dies eine große Zielgruppe dar, die einfach und verlustfrei beworben werden kann, denn im Vergleich zur herkömmlicher Werbung ist der Streuverluste bei personalisierter Werbung erheblich geringer.


Premium-Mitgliedschaften

Die sozialen Netzwerke haben in den letzten Jahren vermehrt den Trend zu sogenannten Premium-Mitgliedschaften erkannt und damit eine neue Einkommensquelle für sich entdeckt. Hierbei wird es Mitgliedern gegen Bezahlung ermöglicht sich von Standartprofilen abzuheben und spezielle Angebote wahrzunehmen. Diese Zielgruppen sind zum Beispiel Unternehmen oder Politiker, aber auch jeder normale Nutzer hat die Möglichkeit an diesen Service teilzuhaben. Inzwischen bietet fast jedes Netzwerk ihren Nutzern diese Möglichkeit an.

Bei den VZ-Netzwerken sind die Premium-Mitgliedschaften bekannt geworden als sogenannte Edelprofile, aber auch bei Facebook findet man heutzutage jedes Unternehmen, jede TV-Produktion und jeden Politiker. Hierdurch lässt sich deutlich feststellten, wie wichtig es ist heute einen Facebook Auftritt zu besitzen.

Aber auch die Business-Netzwerke um Xing und LinkedIn bieten Ihren Nutzern kostenpflichtige Mitgliedschaften an, um spezielle Angebote wahrzunehmen. So ist es nur diesen Mitglieder mögliche ihr Profil flexibler zu gestalten und eine erweiterte Suchfunktionen zu nutzen, die gerade in Businessnetzwerken von großer Bedeutung ist um neue Geschäftspartner zu finden. Darüber hinaus ist es möglich, sich die Besucher des eigenen Profils anzeigen zu lassen und Anhängen in Form von Dokumente an das Profil zu heften. Dies können z.B. Arbeitsproben, Zeugnisse oder Empfehlungen sein. Für einige Mitglieder kann es auch von besonderer Bedeutung sein, Events uneingeschränkt organisieren zu können und dafür ist ebenfalls eine Premium-Mitgliedschaften erforderlich.

Wie oben schon angesprochen, sind auch Unternehmen aus Gründen der Kundenbindung gern dazu bereit für dieses Angebot zu zahlen. Für Unternehmen sind besonders die sozialen Netzwerke von Bedeutung, auf denen sich viele Menschen tummeln um sowohl Alt- als auch Neukunden anzusprechen. Deshalb sind allen voran Facebook und die VZ-Netzwerke besonders interessant.

Den Unternehmen wird es ermöglicht spezielle Angebote wahrzunehmen, so können sie ihr Profil flexibler Gestaltung z.B. hinsichtlich Design und Struktur. Das Unternehmensprofil soll Nutzern dazu bringen ihr Profil regelmäßig zu besuchen, damit sie Informationen zu den aktuelle Produkte und Angebote anpreisen oder über bevorstehende Veranstaltungen informieren können. Viele Unternehmen bieten in diesen Zusammenhang auch verschiedene Medien an. Dies können Bilder, Audio- oder Videodateien sein, die sich die Besucher ansehen bzw. anhören oder sogar downloaden kann. Dieses gesamte Angebot dient zur Steigerung der Kundenbindung. Deswegen ist die wichtigste Aufgabe für einen Premium-Account-Nutzer, der sich auch auszahlen soll, dass die Seite zum einen immer aktuell gepflegt wird und zum anderen das dort eine rege Interaktion zwischen den Besuchern stattfindet. Um dies zu gewährleisten bieten viele Unternehmen Gewinnspiele, gratis Downloads oder Rabatte an um die Userbindung zu erhöhen.

Unternehmen haben noch einen weiteren großen Vorteil durch die Premium-Mitgliedschaften, denn sie haben die Möglichkeit direkt auf Fragen oder Anregungen der Kunden einzugehen und diese zu beantworten oder zu kommentieren. Dies schafft beim Besucher den Eindruck einer sehr nahen Kundenbindung. Hierdurch und durch Umfragen, die ebenfalls auf einfache Weise gestartet werden können, z.B. um festzustellen, wie das Produkt am Markt ankommt oder durch Diskussionen unter den Usern, anhand derer auf einfache Weise Rückschlüsse gezogen werden können, wird dem Besucher signalisiert wie nah er am Unternehmen ist bzw. sogar mit involviert wird.

 

Digitale Güter

In unserer heutigen digitalen Welt gewinnen digitale Güter immer mehr an Bedeutung. Hierbei handelt es sich um immaterielle, virtuelle Güter. Man findet sie häufig in Form von Aufrüstungsgegenständen in Online-Spielen, um im Ranking zu steigen oder um neue Funktionen frei zu schalten. Mittlerweile werden sogar beispielsweise digitale Blumensträuße und Luftballons angeboten, welche man seinen Freunden als kleine Aufmerksamkeit schenken kann.

Die großen Online-Bezahlsystem Click-and-buy und Paypal haben diesen Trend erkannt und bieten eigene Anwendungen für soziale Netzwerke an. Das Geschäft mit digitalen Gütern boomt und hat den Vorteil, dass es enorme Gewinnspannen bietet. Der Kauf dieser Güter findet über die Plattform der genannten Bezahlsysteme statt, die mittlerweile eine große Einnahmequelle darstellen. Aus eigenen Statistiken ist zu entnehmen, dass sie über ihre Plattformen pro Jahr Transaktionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro abwickeln. Da dieser Markt sich in den letzten Jahren so explosionsartig entwickelt hat, fallen auch entsprechend hohe Provision für die Sozialen Netzwerk an und stellen somit eine immer größer werdende Einnahmequelle dar.

Darüber hinaus ist geplant, dass sich sozial Netzwerke zu einer Art Minibank entwickeln, indem es Nutzer ermöglicht wird, sich gegenseitig Geld zu überweisen. Anfangs noch kleine Beträge bis 50 Euro, später sollen dann Beträge bis zu 2.500 Euro möglich sein.

Um jedoch unabhängig von den Online-Bezahlsystemen zu sein, beabsichtigten die sozialen Netzwerke selbst aktiv zu werden. Allen voran Facebook bastelte an einem eigenen Bezahlsystem. Aber ebenso wollte auch Deutschlands größter Facebook-Konkurrent StudiVZ von einem eigenen Bezahlsystem profitieren und führte im zweiten Quartal 2010 ein eigenes Angebot für kleinere wie größere Zahlungen ein. [www.taz.de, 19.05.2011][1]




[1] www.taz.de

 


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